Gute Aussichten zunächst für drei Dorfkneipen im Unstrut-Hainich-Kreis
Porträt
Mühlhausen. Diedorf, Lengenfeld unterm Stein, Flarchheim, Grabe - die Gemeinden haben es schwer, Pächter für ihre Gemeindeschenken zu finden. Selbst wenn diese aufwendig saniert und umgebaut wurden. Gemeinden, denen es gelingt, sind die rühmlichen Ausnahmen. Dass es nicht immer am Engagement liegt, mit dem man nach einem Pächter sucht, geben die Bürgermeister dabei unumwunden zu. So auch Oberdorlas Vize-Bürgermeister Thomas Golebniak. "Da war freilich auch Glück dabei, dass wir das Haus Vogtei nicht einen Tag geschlossen halten müssen", meint er. Zum Jahresende orientiert sich Sebastian Hennicke neu; Christian Hecht wird sich künftig um das große Haus am Anger kümmern. Der Gemeinderat habe unter mehreren guten Bewerbern zu entscheiden gehabt. Gute Kunde gibt es in Sachen Gastronomie auch aus Sicht der Beberstedter und ihrer Gäste. Denn der jetzt gegründete Verein "Historischer Ortskern Beberstedt" will sich um das Gesamtensemble im Dorfzentrum kümmern und sieht dabei die Gemeindeschenke als einen besonderen Baustein.
Die Gaststätte befindet sich momentan noch in der Zwangsverwaltung, die laut Ortsteilbürgermeister Wigbert Hagelstange
(CDU) voraussichtlich aber im Dezember abgeschlossen sein soll. Er habe bereits gemeinsam mit dem Zwangsverwalter eine erste greifbare Lösung gefunden und die Kirmesfeiern Anfang dieses Monats ermöglicht. Das Objekt solle der gesamten Bevölkerung auch in den nächsten Wochen zur Verfügung stehen, versicherte der Ortschef gestern gegenüber unserer Zeitung. Ziel sei es, möglichst einen dauerhaften Pächter zu finden. Verschiedene Lösungen waren in der Vergangenheit diskutiert worden. Den Saal allein stehen zu lassen und das sich anschließende Gebäude abzureißen oder dieses als Schenke und Vereinsdomizil zu nutzen oder zu Wohnzwecken zu verkaufen. Dies war einst beispielsweise von Dünwalds Bürgermeisterin Sylvia Geißler (CDU) in Erwägung gezogen worden. Aber auch um die Angermauer, die Kirchenmauer sowie auf weitere Gebäude im Zentrum des Eichsfeldortes will sich der Beberstedter Verein kümmern. Wie schwierig die Situation ist, zeigt sich in Niederdorla. Dort sahen die Karnevalisten um ihren Vorsitzenden Jens Rauch die aktuelle närrische Saison in Gefahr. "Alle unsere Mitglieder sind im Einsatz; da können wir niemanden an die Theke stellen, wenn kein Wirt da ist", wurde befürchtet. Doch die Gemeinde reagierte. Der Wirt bleibt den Vogteiern bis zum Ende der Faschingszeit erhalten, kündigte Bürgermeister Eberhard Schill jetzt an.
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